Die Teekampagne – ein Cross-Selling-Antibeispiel mit Vorbildfunktion

23 Nov

Nachdem wir in unserem Blog so viele erfolgreiche Cross-Selling Konzepte vorgestellt haben stellt sich die Frage: Geht es überhaupt noch ohne Cross-Selling?

Die Antwort lautet: JA!

In unserer Vorlesung am Mittwoch, den 17. November 2010 stellt Herr Dr. Ripsas seinen Studenten ein Geschäftsmodell vor, welches genau deshalb so erfolgreich ist, weil es nur ein einziges Produkt verkauft: Schwarzen Tee.

Die Teekampagne wurde 1985 durch Prof. Günter Faltin ins Leben gerufen und ist beispielhaft dafür wie universitäres Wissen erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden kann.

Das Prinzip der Teekampagne ist so einfach wie genial: durch die Beschränkung auf eine einzige Teesorte und dem Einkauf/Verkauf in großen Mengen, kann die Teekampagne ihren Käufern ein qualitativ hochwertiges Produkt zu einem günstigen Preis anbieten. Der Kundennutzen ist durch das hervorragende Preis-Leistungs-Verhältnis maximal!

Die Qualität des Tees wird durch ein mehrstufiges Kontrollsystem garantiert, in dem der Tee mehrfach verkostet und im Labor auf Rückstände untersucht wird.

Ein weiteres Qualitätsmerkmal hat sich die Teekampagne zusätzlich aufs Aushängeschild geschrieben: Fairer Handel mit den Teebauern in Indien. 2004 unterzeichnete das Unternehmen einen Lizenzvertrag mit dem Tea Board of India.

Um auch ihren Käufern gegenüber ein Vertrauen herzustellen bzw. zu wahren, legt die Teekampagne ihre Kalkulation völlig offen.

Die Teekampagne erhält in 2009 den Deutschen Gründerpreis und beweist damit, dass auch ein Geschäftsmodell, welches auf Spezialisierung abzielt, kundenorientiert ist.

Vielleicht macht sich ja hier auch ein Gegentrend bemerkbar. Was meint ihr dazu? Werden sich Unternehmen in absehbarer Zeit wieder zurück auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und mit der Spezialisierung in ihrem Fachgebiet eine Nischenstrategie anstreben?

6 Antworten to “Die Teekampagne – ein Cross-Selling-Antibeispiel mit Vorbildfunktion”

  1. Dustin November 24, 2010 um 2:50 pm #

    Hallo Lena, gut gewähltes Beispiel aber ich muss ein bisschen widersprechen. Du hast Recht, dass die Teekampagne ein Cross- Selling Antibeispiel ist aufgrund der geringen Produktpalette aber was ist mit den Depotpartnern die dieses Produkt vertreiben? Hier gibt es allein in Berlin und Umgebung verschiedenste Anbieter von der Apotheke über den Buchladen bis hin zum Jeansladen oder den Optiker.Hier nochmal zum nachlesen: http://www.teekampagne.de/index.php?p=depots
    Ist es nicht so, dass diese Anbieter aufgrund der Exklusivität des Produktes Zusatzverkäufe im eigenen Laden generieren können? Wenn Kunden zum Beispiel in den Buchladen gehen um den begehrten Tee der Teekampagne zu erlangen schauen sie sich doch noch um und finden vielleicht ein Buch ihrer Wahl, welches dem Buchladen einen erhöhten Umsatz aufgrund der Teeangebote beschert.

    • Lena November 30, 2010 um 2:32 pm #

      Hallo Dustin,

      vielen Dank für den Einwand, das hat mich nochmal ins Grübeln gebracht! Ich bin allerdings immernoch der Meinung, dass die Teekampagne an sich KEIN Cross-Selling betreibt. Dass die Produkte, bzw. eher das Produkt, der Teekampagne in einem Cross-Selling Konzept verkauft wird, ist Sache des Absatzmarktes.

      Man kann sich das auch anhand anderer Beispiele erklären: Der Hersteller von Fahrradreifen, der ausschließlich Fahrradreifen verkauft ist KEIN Cross-Seller, werden die Fahrradreifen jedoch in einem Warenhaus in der Sportabteilung neben Tennisschlägern und Fußballschuhen verkauft, so ist das Warenhaus sehr wohl ein Cross-Seller!

      Sicherlich ist der erweiterte Vertriebskanal für beide Parteien (wieder zurück zum Fall Teekampagne und Buchladen) eine weitere Chance für Mehrverkäufe: eine Win-Win-Situation also!

  2. The Shaman November 25, 2010 um 12:25 pm #

    Ein schöner informativer Artikel. Jedoch was könntest du uns erzählen, was nicht auf der Seite der Teekampagne zu finden ist? Welche Unternehmen gibt es noch, die ebenfalls den Versuch wagen, dem Kunden eine Möglichkeit zu geben „mit einem politischen Statement einzukaufen“? Was würden wiederum User von http://www.utopia.de/ zu dem Modell sagen, und welche Verbesserungsvorschläge hätten sie?

    Bist du bei deinen Recherchen auf etwas gestoßen?

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