CSR als USP und das reine Gewissen

21 Dez

Da dieses Thema einen Nerv getroffen  hat, würde ich auch gern  noch einmal auf Lenas Artikel über CSR zurückkommen und die Fragen aus Herrn Ripsas Kommentar  beantworten:

Könnte denn eine besondere CSR Teil eines Alleinstellungsmerkmals sein?

CSR kann meiner Meinung nach durchaus ein Alleinstellungsmerkmal sein.

Ein gutes Beispiel hierfür sind Märkte mit vergleichbarem Produktangebot, in denen eine besonders starke Wettbewerbssituation herrscht. Wer hier mit einer durchdachten CSR-Strategie ansetzt und dadurch ein USP entwickelt, kann seinem Unternehmen durchaus Wettbewerbsvorteile bringen.

Ein konkretes Beispiel für eine clevere CSR-Strategie ist das Unternehmen betapharm Arzneimittel GmbH, welches 2002 im Wettbewerb „Freiheit und Verantwortung“ den 1. Preis für soziales Engagement verliehen bekam.

‚betapharm‘ vertreibt patentfreie Arzneimittel. 1997 war es laut Management mit dem Wachstum. Geschäftsführer Peter Walter setzte auf ein Alleinstellungsmerkmal. Da die Strategie auf das Unternehmen abgestimmt sein sollte, entschloss man sich 1998 zu einem Sozialsponsoring des „Bunten Kreises“, welcher sich mit der psychosozialen Betreuung von Kindern beschäftigt.

Dies wurde  zu einer dauerhaften Zusammenarbeit, in dessen Zuge eine Stiftung zur Weiterentwicklung und überregionalen Verbreitung des Vereins errichtet wurde und man das Konzept in die Unternehmenstätigkeit integriert. Es entwickelte sich ein neuer Geschäftszweck, bis hin zur Beratung von Ärzten und Apothekern auch in Sozialfragen.

‚betapharm’ hob sich von den anderen Wettbewerbern als sozial verantwortliches Unternehmen ab  und letztendlich führte ihr CSR-Engagement zu einem Gewinn an Marktanteilen und einer Steigerung der Wettbewerbssituation.

Aber auch intern hatte diese Veränderung einen großen Effekt. Laut André Habisch, Direktor des Center for Corporate Citizenship an der Katholischen Universität Eichstätt, führte diese neue Unternehmensstrategie zu einer neuen Motivation der Mitarbeiter. Wirtschaftlicher Erfolg in Verbindung mit Nachhaltigkeit entlastet das Gewissen der Mitarbeiter. Für die Außendienstler z.B. gab es nun ein neues Verkaufsargument: „Ein Teil des Arzneipreises ist für soziale Projekte bestimmt“.

Kurz: Wer bestimmte Themen und Begriffe mit seiner Marke besetzt, sie in seinen Markenkern integriert und durch seine Markenführung und Kommunikation dauerhaft besetzt hält, verschafft sich damit ein „nachhaltiges“ Alleinstellungsmerkmal. Folge: Steigerung der Effizienz und des öffentlichen Ansehens und Minimierung von Risiken und Steigerung der Bonität.

 

Was sind die für den Kunden kaufentscheidenden Faktoren?

Die Kaufentscheidung, Preis und Qualität betreffend, wird heut durch die Nachhaltigkeit bestimmt. Diese suggeriert dem Kunden gegenüber mehr Qualität, die Produkte sind ökologisch hergestellt und schadstofffrei.

TransFair-Logo

Das Siegel Fair Trade hat auf potentielle Abnehmer eine große Anziehungskraft und hält auch in Discountern Einzug.

Eine entscheidende Rolle spielt  auch der Widerspruch zwischen Konsumgedanke und dem Gewissen des Käufers. Kauft dieser ein nachhaltiges Produkt hat dieser sein Gewissen beruhigt, diese sind schließlich ethisch und sozial vertretbar.

 

Ein weiterer interessanter Link: http://www.trigos.at, hier werden soziale Initiativen öffentlichkeitswirksam ausgezeichnet

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: