Ebay kauft Brands4friends! Der nächste Diversifikationsversuch?

2 Jan

Die ursprüngliche Internetauktionsplattform aus den USA befindet sich im Wandel um den wachsenden Druck der Branche zu widerstehen. Mit Erfolg…?

ebay logo

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Das im  Jahre 1995 gegründete Internetauktionshaus Ebay konnte in den ersten Jahren unglaubliche Erfolge feiern und sich an einem wachsenden Interesse erfreuen. Doch bis heute erwirtschaftet  Ebay nur noch 40% des Umsatzes mit ihrem einstigen Kerngeschäft der C2 C Auktionen.

Heutzutage erzielt das Auktionshaus den größten Teil des Umsatzes über die B2 C Auktionen. Das heißt, dass obwohl beide Bereiche Wachstumspotentiale aufzeigen, haben die gewerblichen Händler mit ihrer Neuware und den Festpreisen, die Privatpersonen mit den Gebrauchtwaren und den geringen Startpreisen, die den Reiz der Auktionen bei Ebay ausmachten, verdrängt.

Diversifikation

Wie bereits mehrfach in diesem Blog berichtet ist die Diversifikation der Unternehmung ein wichtiges Instrument um vor allem digitale Geschäftsmodelle erfolgreich zu implementieren.

Danny berichtete in seinem Artikel über Apple das die „Buisness Diversification“ und eine Erweiterung der Kernkompetenzen eine Lösung für viele Unternehmen darstellt, die trotz gesättigter Märkte oder Wandelprozessen auf  Wachstum nicht verzichten wollen oder wie Danny in seinem Artikel über Sybille Hein bemerkte, eine weitere Einkommensquelle („Standbein“) errichten um langfristiger Sicherheiten zu haben.

Produkte bei Ebay

Auch E-bay war gezwungen neue Standbeine zu errichten um für die Zukunft gewappnet zu sein. So wurde bereits 1999 das deutsche Auktionshaus Alando für 43Mio $ übernommen, welches bereits von den Copy Cats vorgestellt wurde:Hier. Dieses wurde dann von Ebay integriert um vor allem auf dem deutschen Markt präsent zu sein aber auch um wieder zum Kerngeschäft der Privatauktionen zurückzufinden.

Im Jahre 2002 kauft Ebay zusätzlich den Internet Zahlungsdienstleister PayPal auf, den uns Herr Junge ausführlich in einer Vorlesung vorstellte, um vor allen Dingen die Produktpalette von Internetauktionen auf Online- Payment Systeme zu erweitern. Hierbei könnte es sich laut Lena`s Artikel entweder um die konzentrische Diversifikation handeln, da Synergien mit dem bereits bestehenden Angebot entstehen können oder aber doch nur um ein product development, da neue Produkte auf bereits erschloßenen Märkten vertrieben werden. Die genaue Definition fällt mir hier schwer. Diskussion?

Am 12.09.2005 kauft E-Bay für 3 milliarden USD den Voice IP Anbieter Skype und setzte sich damit gegen die liquiden

skype- logo

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Konkurrenten Google und Yahoo durch. Zum Einen sollte damit die Produktpalette um die IP- Telefonie  erweitert werden und zum Anderen Synergien mit dem bestehenden Angebot enstehen. So sollte Skype die Kommunikation zwischen Käufern und Verkäufern vereinfachen und dafür direkt in Ebay integriert werden. Doch die Fusion stand von Anfang an unter einem schlechten Stern. So konnte Skype mit der Übernahme zwar ein beachtliches Kundenwachstum von 50 mio. auf über 480 mio verzeichnen jedoch nie effektiv in Ebay implementiert werden, da es von den Ebay Mitgliedern auch vehement abgelehnt wurde. So wurde 2009 letztendlich auch eine  2/3 Mehrheit von Skype für 1.9 Milliarden USD an eine Investorengruppe verkauft und alle Integrationspläne vorläufig aufs Eis gelegt.

Der letzte Coup den Ebay im Diversifikationsgerangel landen konnte war die Übernahme des Berliner Online-

brands4friends logo

brands4friends logo

Shopping- Clubs „Brands4friends“ am 20.12.2010 für 150 mio. USD. In den Blogs wurde diese Übernahme bereits von Sascha aufgegriffen, der der Meinung ist Ebay würde sein Geschäftsmodell aufräumen, da sich beide Unternehmen nicht synergetisch zusammenfügen lassen. Da hat er vollkommen Recht, da auch Beide ihre Eigenständigkeit behalten und Ebay mit dem Kauf offiziell seine Position im Internet Modeverkauf stärken will. Da in dieser Sparte bereits in den letzten 18 Monaten stark investiert wurde (Outleteröffnung für Ebay Mitglieder) und das Auktionshaus hier einen jährlichen Umsatz von über 5,6 Milliarden verzeichnet.

Fazit

Ebay hat über die Jahre den ursprünglichen Erfolgscharakter verloren, da die Privatauktionen rückläufig geworden sind. Um diesem Trend entgegenzuwirken, weiterhin Wachstum zu verzeichnen und um aufkeimende Konkurrenten zu eleminieren macht Ebay immer wieder Zukäufe jeglicher Art. Eine erfolgsversprechende Strategie lässt sich hier nicht erkennen, was auch die ständigen Anteilsverkäufe vermuten lassen. Abschließend lässt sich sagen, dass Ebay mit dem Kauf von Pay-Pal eine vielversprechende Diversifikation gelungen ist, von der das Auktionshaus in schlechten Zeiten zehren kann. Jedoch ist die plötzliche Pay-Pal Pflicht und die weiteren Prozente die Ebay bei jedem Kauf über die Bezahlsysteme einnimmt vielen Mitgliedern ein Dorn im Auge und wird wohl nicht von langer Dauer sein.

Was denkt Ihr über den Wandel bei Ebay?

Habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

Ist das Unternehmen für die Zukunft gerüstet?

Vielen Dank und bis zum nächsten mal…!

6 Antworten to “Ebay kauft Brands4friends! Der nächste Diversifikationsversuch?”

  1. Sascha S. Pfordte Januar 3, 2011 um 4:23 pm #

    Servus,

    ich wollte darauf hinweisen, dass meine Behauptung eBay würde sein Geschäftsmodell aufräumen nicht auf die Beziehung von eBay und brands4friends direkt abzielt. eBay räumt dahingehend auf, alsdass es nun ein C2C (eBay-Kleinanzeigen) und ein B2C (eBay.com) Market-Maker ist und seit dem Start von eBay-Kleinanzeigen auch zwei entsprechende Plattformen führt. Zuvor hatte eine schleichende Entwicklung vom C2C zum B2C-Markt stattgefunden.
    Man könnte nun darüber diskutieren, ob die selbständige Geschäftstätigkeit eBays als Modehändler nun ein drittes Geschäftsmodell darstellt. Ebenso könnte man es auch anders sehen und sagen das Geschäftmodell ist ein und das selbe (vom Prinzip), aber mit den neuen Plattformen und den brands4friends-Zukauf hat man (nach Osterwalder, 2010) differenziertere Kanäle (brands4friends, Kleinanzeigen, ebay). Ich sehe brands4freinds persönlich als strategischen Zukauf für das B2C-Geschäft.

    Auch die Feststellung, dass sich brands4friends und eBay nicht „synergetisch“ zusammenführen ließen, sehe ich nicht als Grund für die Markenautonomie von brands4friend, sondern einfach die Tatsache, dass die Berliner eine in der Branche starke Marke mitbringen – warum kaputt machen?

    Gruß,
    der Pfordtinger

  2. Janina Januar 3, 2011 um 6:48 pm #

    Die Konkurrenz auf der Onlineplattform Ebay ist immens. Um sich gegen die Mitbewerber durchsetzen zu können, müssen andere Strategien her.
    Hier kann ich Dustin unterstützen, die Auktionen verändern sich Richtung B2C-Auktionen, denn welcher private Anbieter hat die Muße in Verkaufsstrategien zu investieren bzw. welcher private Anbieter hat die ausreichenden Ressourcen in Form von Waren.
    Ganz anders bei professionellen Anbietern. Diese haben eine breitere Produktpalette und können die verschiedenen Produktvarianten in Auktionsgalerien darstellen und damit ein größeres Cross-Selling-Potential ausschöpfen. Z.B. verkaufen Handyanbieter ergänzend Speicherkarten oder Handytaschen, Anbieter von Stereoanlagen bieten die passenden Boxen an. Der Anbieter muss den umfassenden Bedarf des Kunden erkennen, sekundäre Kundenbedürfnisse aktivieren: Der Handyanbieter könnte ergänzend z.B. Digitalkameras anbieten (Kunde=technikaffin).
    Diese Galerien animieren die Kunden länger auf der Seite zu verweilen, wodurch sich der Traffic erhöht. Laut Sellerfox (http://www.sellerfox.com) ist es möglich mit Auktionsgalerien, bei richtigem Einsatz, bis zu 80 Prozent mehr Traffic in den Auktionen und bis zu 30 % mehr Umsatz zu generieren. Und das bei geringem Aufwand und niedrigen Kosten. Also warum nicht nutzen?!
    Aus eigener Erfahrung hab ich erfahren, dass sich das Anbieten auf Ebay kaum noch lohnt bzw. habe ich selbige Erfahrungsberichte auch aus meinem Bekanntenkreis gehört. Niemand privates hat noch groß Lust seine Sachen bei Ebay anzubieten.
    Um weiterhin zu wachsen, muss Ebay neue Wege gehen, daher ist die Idee Brands4Friends zu kaufen keine schlechte. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Online-Shopping-Clubs ein schnell wachsender Teil des Online-Modemarkts sind und aktuell etwa 20 % der europäischen Online-Verkäufe im Modebereich ausmachen, zudem erweitert Ebay mit dem Kauf ja auch einen großen Kundenkreis.

    • Sascha S. Pfordte Januar 3, 2011 um 10:54 pm #

      „Hier kann ich Dustin unterstützen, die Auktionen verändern sich Richtung B2C-Auktionen, denn welcher private Anbieter hat die Muße in Verkaufsstrategien zu investieren bzw. welcher private Anbieter hat die ausreichenden Ressourcen in Form von Waren.“

      Wenn du anfängst obige Aktivitäten auszuführen bist du selbst per Gesetz kein C2C-Verkäufer mehr: HGB § 1 [Ist-Kaufmann] Abs.1 und 2.

      Und den typischen C2C-Verkäufern á la „biete Bett für Selbstabholer“ haben durch eBay-Kleinanzeigen nun wieder ihren eignen auf sie zugeschnittenen Marktplatz bekommen. Wie bereits in meinem Artikel (http://entrepreneurialwarriors.wordpress.com/2010/12/31/amagooglefacebay-com/#more-1312) von mir festgestellt: die Bewohner der elektronischen Bucht haben ihr Geschäftsmodell aufgeräumt!

      • Janina Januar 4, 2011 um 2:23 pm #

        Lieber Sascha,
        vielen Dank für das anführen deines Gesetztetextes. Vielleicht sollte ich umformulieren und sagen, dass private Anbieter zum Kaufmann werden würden, wenn Sie die von mir angeführten Aktivitäten vornehmen würden.

  3. Warrior_Rashid Januar 3, 2011 um 7:04 pm #

    Hallo Dustin,

    der Post ist sehr informierend.
    Mit der Übernahme verfolgt eBay jedoch noch weitere Ziele und meiner Meinsung nach, kann es sogar zur Konkurrenz zwischen eBay und den eBay Profi-Verkäufern können. Du kannst dir ja mal meinen Beitrag dazu durchlesen und mir deine Meinung dazu geben.

    go to: http://entrepreneurialwarriors.wordpress.com/2010/12/24/321%e2%80%a6meins-ebay-ubernimmt-den-shoppingclub-brands4friends/

    Das Thema wird bereits in unserem Blog unter dem folgenden Link heiß diskutiert. Vielleicht magst du dich da auch anschließen?

    http://entrepreneurialwarriors.wordpress.com/2010/12/31/amagooglefacebay-com/

    Danke für dein Interesse.

    Lg

    Warrior Rashid

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  1. Die Möglichkeiten des Internet und Cross-selling als sekundäre Ertragsquelle « Coffee in a box - Januar 6, 2011

    […] überfüllt zu sein wie das Internet. Überhaupt scheint sich das Internet gerade zu konsolidieren. eBay kauft Brands4friends und Amazon übernimmt buyVIP und Unternehmen wie Facbook sollen schon mehr als 50 Millarden Dollar […]

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