Cross-selling und die Dotcom- Blase

15 Feb
new economy blase

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Liebe Leser, in diesem Artikel möchte ich euch inspiriert von Dannys Post über zukunftsträchtige Internetfirmen und den Diskussionen der Lehrveranstaltungen, die Gefahr von Cross- selling Potenzialen bei der Unternehmensbewertung und den daraus resultierenden Druck auf die Economy Blase näherbringen und zur Diskussion anregen.

Die Dotcom Blase

Dieser Begriff stammt aus dem Jahre 2000 und bezeichnet eine geplatzte Spekulationsblase der Dotcom Unternehmen der New Economy die vor allem in Industrieländern zu erheblichen Vermögensverlusten führte. Die stetige Verbreitung von Internet, Mobiltelefonen und Handheld- Computern führte zu einer vielzahl von Neugründungen im neuen Technologiesektor der vorerst hohe Gewinnerwartungen versprach. Daraus  entwickelte sich ein hohes Anlegerinteresse welches die „Zukunftsunternehmen“ zu vermehrten Börsengängen trieb. Das Investmentobjekt Aktie erfreute sich einer wachsenden Popularität und führte dazu, dass sich die Börsenbewertung vieler Unternehmen innerhalb kürzester Zeit vervielfachte. Auch der starke Expansionsdrang der Branche erzeugte diesen Effekt. Jedoch konnten die Unternehmen die hohen Gewinnerwartungen gegen Ende des Booms nicht erfüllen und auch deren Buchwerte waren nicht durch materielle Gegenwerte gedeckt, sondern bestanden häufig nur aus wenigen Gebäuden und der IT- Infrastruktur der Unternehmen. Folglich kam es zum Zusammenbruch des Booms mit vermehrten Insolvenzen und einem massiven Kapitalabzug durch die Anleger, von denen die Mehrheit große Verluste hinnehmen mussten.

Folgen:

Überlebt haben diese Krise meist nur die größeren Unternehmen welche aber auch durch die vielen Insovenzen in den folgenden Jahren deutlich unterbewertet wurden. Zudem musste sich der IT- Arbeitsmarkt mit dem Phänomen der Arbeitslosigkeit vertraut machen. Zu guter Letzt ist noch zu sagen, dass das Vertrauen der Anleger in die Werte der IT-Branche für viele Jahre gestört wurde.

Der neue Druck:

Auch in den heutigen Tagen wird wieder von einer wachsenden Investitionsblase gesprochen wenn Unternehmen wie  Facebook oder Groupon mit horrenden Summen bewertet werden. Inwieweit cross-selling Potentiale bei dieser Entwicklung Einfluss haben wird im Folgenden geklärt.

Geschäftsmodelle:

Die neuen Geschäftsmodelle der oben genannten Unternehmen basieren hauptsächlich auf  Werbung, so verbietet es sich beispielsweise Facebook Gebühren von den 500 mio. Mitgliedern zu verlangen  sondern  generiert die Umsätze als Anbieter einer Werbeplattform für ein großen potentiellen Kundenstamm. So hat das Unternehmen beispielsweise in den USA den größten Anteil am Markt für Bannerwerbung (Stand Nov. 2010) . Groupon hingegen rührt die Werbetrommel indirekt indem regional einstzbare Rabattgutscheine jeder Art die Kunden in die Geschäfte führen. Die Umsätze werden dann von den Anbietern erzeugt indem Groupon die Hälfte des Gutscheinbetrages bei Einlösung verlangt und den anbietetenden Geschäften einen wachsenden Kundenstamm ermöglicht.

Fazit:

Aufgrund der immensen Reichweite und der riesigen Anzahl an Nutzerdaten sind diese Unternehmen interessant für Investoren und der Werbebudget Verlagerung für Konsumgüterhersteller wie Adidas oder Coca Cola. Daraus folgt, dass auch  weiterhin ein positives Unternehmenswachstum für Facebook und Groupon in der Zukunft prognostiziert wird.

Cross- Selling und der Druck auf die Dotcom Blase

Hält man sich jetzt vor Augen wie diese Unternehmen bewertet wurden wird man an die Geschichte erinnert. So hat Groupon zum Beispiel einen festen Kundenstamm von 50 mio. Mitgliedern und wurde von einer Investorengruppe mit 4,75 Milliarden Dollar bewertet mit der Aussage „jedes Mitglied wäre ihnen 95 Dollar wert“. Bei Facebook ist es ähnlich mit der Bewertung: 50 Milliarden/500 mio. Mitglieder. Folglich ist hier jedes Mitglied 100 Dollar wert.

Um diesen Wert zu erreichen müsste also jeder User, in seinem gesamten Mitgliedszeitraum, im Wert von 95/ bzw. 100 Dollar Gutscheine bei Groupon erwerben und einlösen oder durch Facebook als Werbeplattform zu einer Kaufentscheidung bewogen werden. Hier sind eindeutig cross- selling Potenziale der Kunden gemeint, die durch senkrechtes und wagerechtes Cross- Selling als auch durch Upselling erzeugt werden sollen. Aber wie sehr kann Facebook zur Kaufentscheidung beitragen bzw. sind die Mitglieder bereit die Werbung wahrzunehmen? Meiner Meinung nach nutzen die Mitglieder eher unbewußt die Werbemaßnahmen und nutzen das Netzwerk nicht um sich über Produkte zu informieren, sondern eher um die Freundschaftskontakte zu halten. Deshalb ist es wohl Utopie, dass das oben genannte Verhältnis 100 Dollar/Kopf zu realisieren ist. Auch bei Groupon werden die Kritikpunkte Qualität und die verschleierten Zusatzleistungen beim Gutscheinkauf immer größer und wirken eher kontraproduktiv auf die Realisierung des oben genannten Verhältnisses. Sollten diese Verhältnisse also niemals in der Realität erwirtschaftet werden, könnte vor allem bei einem Börsengang wie Facebook ihn derzeit plant, ein großer Druck auf die Investitionsblase enstehen und bei einem Platzen eine weitere Krise nach sich ziehen.

Seid Ihr schonmal durch Facebook zu einer Kaufentscheidung bewogen worden?

Wie real erscheint euch das Pro Kopf Verhältnis bei der Unternehmensbewertung und wo seht Ihr Spielräume?

Vielen Dank und bis zum nächsten mal…

Quellen:

1. http://meedia.de/details-topstory/article/die-kehrseite-des-hypes-um-groupon–co_100033122.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=23&cHash=79659aad2d56e78c2fbff157a2c71e6d

2. http://www.ftd.de/it-medien/medien-internet/:unternehmenswert-bei-50-mrd-dollar-facebook-hype-kennt-keine-grenzen/50210862.html?page=

3. http://www.ckbank.de/14/groupon-ein-drittel-facebook/

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