Greenwash- das schwarze Schaaf der CSR Maßnahmen

20 Feb
greenwash

greenwash

In dem folgenden Artikel möchte ich meinen Beitrag zur ausufernden CSR- Diskussion in diesem Blog leisten und ein Beispiel für eine Verbrauchertäuschung unter einem „grünen Mantel“ geben.

Vattenfall wirbt mit Windkrafträdern und baut simultan das größte Kohlekraftwerk Europas.

Mc Donalds will die Symbolfarbe von rot auf grün ändern und ist nebenbei einer der größten Verpackungsmüllproduzenten.

RWE präsentiert sich öffentlich als grüner Energieriese und gewinnt in Wahrheit nur 2% der Gesamtstromproduktion aus erneuerbaren Energien.

Dies sind nur einige Beispiele wie Unternehmen mit PR- Methoden versuchen ihr öffentliches Image ökologisch und verantwortungsvoll zu gestalten aber die  „greenwash“ Kampagnen sind häufig viel weitläufiger. So kann der sogenannte grüne Mantel sowohl über einzelne Produkte eines Unternehmens als auch über das ganze Unternehmen gelegt werden aber auch auf politische Strategien ausgerichtet sein. Immer mit dem Ziel verbunden eine umweltfreundliche, ethisch korrekte und eine fair handelnde Außendarstellung  zu generieren.

Produkte:

Produkte werden bei der „greenwash“ Maßnahme häufig mit dem Zusatz „ökologisch wertvoll“ versehen. Wobei dem Kunden dabei nicht ersichtlich ist welchen Beitrag andere Produkte oder Unternehmen zu der Thematik leisten.

Bio- Siegel

Bio- Siegel

fairtrade logo

fairtrade logo

Des Weiteren ist es dem Verbraucher nahezu unmöglich geworden bei der Fülle an bestehenden Ökosiegeln (Bio, Blauer Engel,MSC usw.) den Überblick zu behalten bzw. zu unterscheiden. Das wiederum ermöglicht vielen Unternehmen ähnliche Versprechungen mit selbst kreierten und nicht geschützten Ökosiegeln anzugeben um den grünen Schein zu wahren.

Politik:

Häufig wird auch versucht die Politik in ihren Regulierungsbestrebungen(Gestzesvorhaben, Emmissionsregulierungen und Umweltschutzinitiativen) zu besänftigen. Dabei wird der Politik vorgespielt man hätte das Problem erkannt und versuche es nun selbst zu lösen womit alle geplanten Regelungen hinfällig wären. Außerdem versuchen Unternehmen durch diese Präsentation staatliche Zuschüsse für ökologisch nachhaltiges Handeln zu erlangen, da zwar viele sich mit diesem Problem auseinandersetzen wollen jedoch nicht auf eigene Kosten.

 kritische Wirtschaftszweige:

Kritisch wird die Umsetzung der „greenwash“ Maßnahmen bei Branchen die aufgrund ihrer benötigten Rohstoffe, Produktionsstätten und -verfahren nahezu unmöglich, da dies einen erheblichen Verlust der Wettbewerbsfähigkeit nach sich ziehen würde. Diese Unternehemen können die faire und ökologisch nachhaltige Mehrwertkette nicht zu 100% garantieren.  Beispiel Handybranche hier: Klick

Maßnahmen:

Aufgrund der veröffentlichten Skandale wie Gammelfleisch oder falsche Bio- Eier beschäftigen sich nun nach und nach immer mehr Organisation mit diesem Thema. Zum Beispiel verleihen Organisationen wie Foodwatch jährlich den Preis der größten  Werbelügen: Goldener Windbeutel

Des Weiteren geben bereits etablierte Organisationen wie der WWF Auskunft über den ökologisch nachhaltigen Fisch- und Holzkauf.

Fazit:

Es ist klar zu erkennen, dass Verbraucherschützer und Nichtregierungsorganisationen die Aufklärungsrolle in der Öffentlichkeit übernehmen, da der Verbraucher von der Politik nahezu alleingelassen wird. Die Unternehmen hingegen haben weiterhin alle Möglichkeiten  den Verbraucher hinters Licht zu führen um das saubere Image zu wahren. Jedoch haben die Lippenbekenntnisse der Unternehmen keinen Mehrwert für die Natur…

Fallen euch noch weitere Beispiele für Ettikettenschwindel ein bzw. seid Ihr damit schon mal konfrontiert worden?

Welche Maßnahmen sollte die Politik ergreifen um dem Betrug ein Ende zu setzen?

Quellen:

http://www.lobbycontrol.de/download/greenwash-studie.pdf

http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/idx-greenwash.html

http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/409174

http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/474089

2 Antworten to “Greenwash- das schwarze Schaaf der CSR Maßnahmen”

  1. Regina November 18, 2011 um 6:37 am #

    Danke für die gute Zusammenstellung.
    Nicht so gut finde ich die prominente Darstellung des Bio-siegels und Fair Trade Logos.
    Mir ist der Zusammenhang schon klar und über nicht geschützte -von den Firmen selbst vergebene- Ökosiegel ärgere ich mich auch häufig.
    Der flüchtige Leser (und das sind im Internet die meisten), der sich mit den Siegeln nicht so gut auskennt, liest raus, daß die beiden abgebildeten Logos Greenwash sind.
    Gruß, Regina

    • Sebastian November 18, 2011 um 6:46 am #

      Hallo Regina!
      Vielen Dank für Deine Anführungen inklusive Deiner Kritik.
      Viele Grüße nach Wehringen!
      Sebastian

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: